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Schiffsfonds - Unsinkbar war gestern

Viele Schiffsfonds sind von der Insolvenz bedroht - drohen Anlegern massive Verluste?

München, 31.07.2009; Renditen im zweistelligen Bereich sollten sie bringen, mit bis zu 63 % Rendite p.a. (Lloyd „Best of Shipping I“) oder Kapitalrückflüssen von 224 % des angelegten Betrages bei Ende der Laufzeit (Fondshaus Hamburg FFH „MS Andino“) rechneten die auf Schiffsbeteiligungen spezialisierten Fondshäuser.

 

Die Krise und der damit einhergehende Einbruch der weltweiten Nachfrage nach Gütern wirkt sich allerdings auch gravierend auf die Transportmittel aus. Vor allem Containerschiffe, mit denen die Rohstoffe und Exportgüter über die Weltmeere effizient transportiert werden könnten, sind weit weniger gefragt als dies noch vor Kurzem wahrscheinlich erschien. Gerade Containerschiffe waren und sind jedoch beliebtes Anlageobjekt für geschlossene Schiffsfonds.

 

Insbesondere das Beispiel der „Mar Catania“, die im Dachfonds „Shipping Select 15“ des Hamburger Fondshauses HCI lag, zeigt, wie es zur Zeit um die Containerschiffbeteiligungen gestellt ist: auf die Aufforderung an die Anleger, 3,7 Millionen Euro zur Rettung des charterlosen Schiffes aufzubringen, stimmten diese mit überwältigender Mehrheit dagegen, so dass die „MarCantina“ in die Insolvenz ging. Ähnlich geht es zur Zeit der „Emilia Schulte“ aus dem „Best of Shipping I“ Fonds des Emmissionshauses „Lloyd Fonds“, hier wird die Entscheidung der Anleger über Rettung oder Insolvenz in den nächsten Tagen fallen.

 

Zwar ist die Krise der Schifffonds auch auf die globale Situation zurückzuführen, die Charterraten für Containerschiffe sanken im letzten Jahr wie Blei: lagen die täglichen Charterraten noch Anfang 2008 bei rund 28.000 Dollar, so liegen sie nun bei etwa 5.600 Dollar, das entspricht einem Verlust von 80 %. Selbst wenn sich die Märkte schnell erholen sollten, so sind die Schiffe, deren Charter 2009 ausläuft, sichere Pleitekandidaten, denn zur Zeit verdienen die meisten Schiffe noch nicht einmal ihre Betriebskosten und machen damit Tag für Tag mehr Verlust.

 

Trotzdem bleibt manchem Anleger noch die Chance, das – sprichwörtlich – sinkende Schiff möglichst schadlos zu verlassen: Handelt es sich bei der Beteiligung an dem Containerschiff um eine über einen Vermittler erworbene und möglicherweise auch noch treuhänderisch gehaltene Beteiligung, kann – z.B. bei Fehlern im Prospekt oder einer fehlerhaften Beratung – ein Rückgriff auf Emittent oder Vermittler neben dem Ausstieg aus dem Fonds möglich sein. Dabei braucht es noch nicht einmal so vollmundiger Versprechen wie dem des Emissionshauses Lloyd Fonds, die im Mai diesen Jahres noch verlautbaren ließen, dass der Markt gerade wieder anziehe und die Frachter langsam auf die Gewinnzone zusteuerten (die „Emilia Schulte“, deren Schicksal in den nächsten Tagen beschlossen werden soll, war offensichtlich auf anderem Kurs). Schon weniger gravierende Fehlinformationen genügen meist.

 

Handelt es sich gar um eine Beteiligung, die mittels Bankkredit (teil-)finanziert wurde, kann man hinsichtlich der Haftung gegebenenfalls auch die Bank mit ins Boot holen. Insbesondere wenn die Bank die Beteiligung empfohlen und dafür Provisionen bezogen hat (sog. Kickback), ohne dass über diese Provisionsflüsse aufgeklärt wurde, hat der Kunde nach der aktuellen Rechtsprechung des BGH gute Aussichten auf Ersatz des entstandenen Schadens.

 

Wir bleiben für Sie am Ball und berichten weiter.