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Medienfonds – alles unbedenklich?

Bis jetzt scheinen die Medienfonds der drei großen Anbieter KGAL, Hannover Leasing und LHI allen Angriffen von Kapitalanlegern zu trotzen – gibt es vielleicht doch Probleme – schwierige Prognose der Finanzgerichtsverfahren

Ein Medienfonds in sog. Defeasance-Struktur – das ist – war – bislang die Quadratur des Kreises im Bereich der steuerbegünstigten Kapitalanlagen. Hohe steuerliche Vorteile bei geringstem Risiko, und für die Einnahmeseite garantierte eine namhafte Bank. Die Medienlandschaft in Bayern sollte entwickelt werden, so war die herrschende Lesart. Nicht ganz genau erkennbar war aber schon zu Zeiten der Auflegung der Fonds Ende der neunziger Jahre des letzten und in den Anfangsjahren diese Jahrtausends, wie dieses Ziel durch Produktion amerikanischer Filme in Amerika erreicht werden sollte.

Aufgrund ihrer attraktiven Gestaltung fanden die Filmfonds gleichwohl reißenden Absatz. Alleine die drei in der Überschrift genannten Unternehmen legten Beteiligungen im Gesamtwert von ca. 15 Mrd. € auf. Die Freude der Anleger währte bis Ende 2007. Plötzlich und unverhofft sorgte ein Sinneswandel der Politik dafür, dass sich die Steuervorteile nicht nur in Luft auflösen sollten – die Anleger sollten zudem noch neben den erlangten Steuervorteilen üppige Verzögerungszinsen berappen, die im Einzelfall 60% der Einlagesumme erreichen können. Der Aufschrei der Branche war groß, zumal man sich bislang höchster Protektion sicher wähnte. Vertrauensschutz sollte eine nachträgliche Änderung der Rechtsauffassung verhindern, die rechtliche Konzeption schien einwandfrei.

Die setzt vor allem darauf auf, dass nach deutschem Bilanzrecht die Herstellungskosten für unkörperliche Wirtschaftsgüter, wie es Filme nun einmal sind, nicht in der Bilanz angesetzt werden dürfen. Es entsteht zunächst also ein Verlust in Höhe der Herstellungskosten. Der wird aber wiederum kompensiert durch Einnahmen, die bei der Verwertung entstehen. Nach dem steuerlichen Konzept der Fonds sollten die Filme verleast, also vermietet werden. D.h., die Einnahmen entstehen erst mit der Fälligkeit der Leasingraten, sodass anfänglich ein dickes steuerliches Minus zu Buche schlägt – das man den Anlegern zuweisen konnte.

Zwischenzeitlich macht sich beim Fiskus allerdings Skepsis breit. ob wohl nicht doch eine Verwertung durch Kauf vorliege, weil doch eine Bank alle Einnahmen garantiere? Die zunächst haltlos erscheinende Rechtsansicht könnte tragfähiger sein, als dies die Initiatoren gerne sähen. Immerhin sind schon einige Filmfonds steuerlich spektakulär gescheitert, etwa die Gesellschaften der VIP Medien Gruppe („das Parfum“) oder die Cinerenta-Fonds. Die Angebote der drei Branchenriesen seien natürlich komplett anders und wesentlich seriöser gestrickt. Es gebe weder zweifelhafte Versicherungen noch dubiose Zahlungsströme. Und bei den anderen Gesellschaften gebe es schließlich ernsthafte Zweifel, ob überhaupt Gelder investiert worden seien.

Ob die Unterschiede wirklich so groß sind, kann bezweifelt werden. So ist nach Medienberichten schon im November 2007 ein Großaufgebot von 70 Steuerfahndern in den Räumen der Hannover Leasing sowie den Privaträumen der Geschäftsführer eingefallen und hat nach Unterlagen für div. Filmfonds (darunter „Herr der Ringe 2“) gesucht. Auch hier geht es um die steuerliche Anerkennungsfähigkeit der Verluste.

Rechtsanwälte Wilhelm Lachmair & Kollegen beschäftigen sich schon geraume Zeit mit derartigen Gestaltungen. Sie werden nun in intensivere Detailprüfungen auch bei den Branchengrößen KGAL, Hannover Leasing und LHI einsteigen. Bei der Analyse der Gesellschaften ist aber auch steuerliches und wirtschaftliches Know-how gefragt.